Die 9. Klassen auf den Spuren von Richard Strauss

„Dürfen wir den Anfang von ‚Zarathustra‘ hören“, fragt einer, als wir uns in dem noblen kleinen Konzertsaal niedergelassen haben. Der Musikwissenschaftler und Strauss-Spezialist Dr. May erfüllt diesen Wunsch natürlich gerne und in perfektem Surround-Sound heben wir ab …

Wir sind auf einer Exkursion in die Welt des großen bayerischen Komponisten, der nach einer Bergwanderung die großsymphonische Tondichtung der fast einstündigen „Alpensinfonie“ komponiert hat: Farben, Stimmungen, Sonnenaufgang, Kiefernduft und ein gewaltiger Sturm – alles steckt in dieser Musik. Hier im Strauss-Institut in Partenkirchen taucht man in sein Leben ein: Portraits, Karikaturen, Dirigierschuhe, Bühnenbilder, Handschriften, Briefe, Spielkarten – alles, was das Leben dieses Mannes prägte. Im oberen Stockwerk kann man mehrere hundert Partituren und Faksimile-Ausgaben seines gewaltigen Gesamtwerkes durchblättern. Kein Tag vergeht, ohne dass irgendwo auf der Welt Richard (übrigens Achtung: nicht Johann!) Strauss gespielt wird.

1949 im Arbeitszimmer in Garmisch, Foto: Familie Richard Strauß

Von dem Ertrag der Oper „Salome“ konnte sich Strauss 1908 sein Haus am Rand des Städtchens finanzieren, das wir gegen Mittag noch von außen anschauen. „Hat sich gelohnt, die weite Fahrt,“ heißt es am nächsten Tag unter den ‚Spurensuchern‘.